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Dieser Artikel war wie folgend geschrieben aber im Magazin "Lamas" von Ursula Brinkmann aus Platzgründen start reduziert. Ich lege hier die Originalversion vor.
Bedingung
Ich bin kein Finanz- oder Anlageberater.
Dieses Referat representiert nur meine persönliche Meinung, und
ist nicht als Beratung zu betrachten.
Ein Blick 25 Jahre in die Zukunft
Alpakas kommen von einer einzigen Quelle. Vor kurzer Zeit lebten noch
alle Alpakas (abgesehen von einigen Zooeinwohnern) in Südamerika.
Ihre Verteilung war hauptsächlich auf Peru, Bolivien, und Chile begrenzt,
mit unbedeutenden Herden in den benachbarten Staaten.
Die Südamrikanischen Alpakabevölkerungen sind in den letzten Jahrzehnten nicht mehr gewachsen.
Einige Exporte haben aber vor kurzem die Entwicklung neuer Herden in anderen Ländern möglich gemacht, besonders in Australien, wo über 10,000 Alpakas (Anfang 1996) registriert sind, und Nordamerika (USA und Kanada), was etwa die Hälfte der Australischen Herde hat.
In Europe sind nur rund 1,000 Alpakas, hauptsächlich in Grossbritannien, Deutschland, Holland, Frankreich, Schweiz, und Österreich, wo Züchter (abgesehen von England) sich mehr mit Lamas in der Touristindustrie befassen.
Alpakaherden wachsen unterschiedlich in den verschiedenen Regionen der
Welt; das hat folgende Gründe:
• Klima
• Nahrung
• Tierärztliche Erreichbarkeit
• Politische Stabilität
• Fleisch- und Lederindustrien
• Landwirtschaftlich benutzbares Land
• Herdengrössen
Über die Südamerikanischen Herden ist nicht viel statistisches Material verfügbar. Die letzten Schätzungen der Alpakapopulationen scheinen die von J C Wheeler (1991) zusammengestellten Stastiken von anderen Quellen zu sein.
Fruchtbarkeit oder auch Geburtsziffer bedeutet in dieser Abhandlung die Möglichkeit, dass jede Hembra im Durchschnitt ein lebendes und überlebendes Cria pro Jahr hat, und schliesst Fehlgeburten, Absorbtionen, Todgeburten, und erfolglose oder verzögerte Schwangerschaften ein, aber nicht Abgänge nach dem Criastadium.
Sterblichkeit ist in Lebensjahren gemessen. In Südamerika ist das wahrscheinlich auch das wirkliche Durchschnittsalter, da die Fleisch- und Lederproduktion schon lange mit der Alpakaindustrie integriert ist.
In Australien und anderen Ländern ausserhalb Südamerikas kann die Lebenslänge eher als "Produktionsleben" betrachtet werden: eine Hembra kann wohl ihr ganzes Leben lang produzieren, was 20 Jahre sein mag, obwohl wir vielleicht herausfinden werden, dass der Durchschnitt weniger ist. Ohne empirische Daten wird in dieser Studie angenommen, dass das produktive Leben einer Hembra in Australien vielleicht "16 Jahre" ist, wonach sie entweder in ein "Altersheim für Alpakagreise" zieht oder getötet wird. In anderen Ländern ist diese Lenslänge um ein Jahr reduziert worden, einfach weil dort gefährlichere Krankheiten vorhanden sind.
Für Zuchtmachos (Hengste) ist das Leben künstlich viel kürzer, weil sie nach wenigen Jahren von besserer Qualität "überholt" werden; im mathematischem Sinne leben sie allerdings "kastriert" weiter. Das könnte man einen "Produktionstod" nennen.
Alpakabevölkerungen der Welt
Südamerika
Um eine Alpakabevölkerung mit einer Entwicklungsziffer von Null
zu berechnen, sind die durchschnittliche Lebenslänge und Fruchbarkeit
als mathematische Varianten eingesetzt worden. Die Wachstumsschemata sind
von diesen zwei Werten rechnerisch sehr abhängig; nur eine kleine
Veränderung wirkt sich in starken Variationen der Entwicklungsrate
aus.
Die Resultate sind erstaunlich; die errechneten Geburtsraten von 33% bis 35% in Südamerika sind unerwartet niedrig, weil sie aussagen, dass eine Hembra im Durchschnitt nur ein überlebendes Cria alle drei Jahre ihres erwachsenen Lebens bekommt. Die Lebenslänge einer Hembra von 6 bis 8 Jahren ist ebenfalls sehr kurz, obwohl man hier eine Erklärung darin sehen kann, dass Alpakas in Südamerika nicht nur für das Vlies sondern auch als Schlachttiere und zur Lederproduktion gehalten werden.
Das harte Klima in den Anden, die Gegenwart einiger Raubtiere und Wilderern verringern die Chancen des Überlebens für Cria wie auch für erwachsene Alpakas.
Welt
Die Herden in den anderen Teilen der Welt werden aber wachsen, jedoch
mit unterschiedlichem Tempo.
Das Klima ist auch dort wichtig, ebenfalls das Vorhandensein von ausreichender Weidefläche. Während Alpakas im härteren Klima ganz widerstandsfähig sind, ist die Geburt eines Crias mitten im Winter ohne menschliche Überwachung gefährlich, besonders weil sie anscheinend nicht gerne für längere Zeit im Stall zubringen wollen. Die Gegurtsziffer ist deshalb in Ländern mit sehr kalten Wintern (im Vergleich mit Australien) ein bischen niedriger gesetzt.
Es scheint demnach, dass dem Wachstum der Alpakas in Australien über längere Zeit die wenigsten Widerstände entgegen stehen. Deswegen könnte eine Geburtsziffer von 75% wohl etwas pessimistisch für die gegenwärtig noch gut überwachten Herden sein, wird aber doch bei Herden von über 1,000 Kopf angebracht sein.
Dementsprechend wird sich die Verteilung der Alpakaherden der Welt in
den nächsten 25 Jahren dramatisch verändern. Am Ende dieser Periode
wird Australien, mit einem guten Vorsprung und etwas höherer Wachstumsrate,
wahrscheinlich die grösste Herde der Welt haben (6 Millionen). Nordamerika
mit 2.6 und Europa mit 1.5 Million werden folgen.
In der Europäischen Region wird sich diese Entwicklung gleichzeitig auch physisch nach dem Osten hin verlagern, wo mehr landwirtschaftlich nutzbares Land liegt, und nach Spanien und vielleicht Italien, wo das Klima milder ist.
Die Entwicklung einer Alpaka Herde in Asien ist schwer einzuschätzen. Diese Entwicklung würde auch nicht plötzlich auftreten; es könnte aber letztenendes doch geschehen, besonders in Südchina: Rapide steigender Lebensstandard, die Existenz einer Seidenraupenindustrie und die Nähe des grössten Alpakafasermarktes der Welt (Japan and Korea) könnten für Bauern dort die Gelegenheiten und Attraktion schaffen, diese Märkte in der Nachbarschaft direkt zu beliefern.
Dieses Referat will nur auf diese Möglichkeit hinweisen, wenn auch die Größe der Herde dort nicht sehr hoch sein wird und deshalb wenig Einfluss auf andere Regionen habe sollte; die Totalherde in Asien würde um das Jahr 2020 wahrscheinlich nur 500.000 sein.
Weltweit wäre im Jahre 2020 die Weltpopulation der Alpakas dann bei rund 14,5 Million. Um das objektiv zu sehen, sollte es mit einer weltweiten Schafherde von gegenwärtig über 1.100 Millionen Schafen (wovon etwa 420 Millionen als wollproduzierend betrachtet werden könnten) verglichen werden.
Australien
Die ersten Alpakas (in dieser Epoche) kamen in Australien in
1989 an. Sie sind fast nur aus Chile importiert worden, und ihre Qualität
hat sich seitdem sehr verbessert, besonders in der Züchtung von einfarbigen
Tieren und der Vliesqualität.
In 1995 haben einige Züchter angefangen Tiere aus Peru einzuführen um eine grössere genetische Auswahl anzubieten.
Obwohl die Zahl der importierten Tiere aus Peru weiterhin sehr klein bleiben wird, werden sie einen wichtigen genetischen Beitrag leisten.
Die Kombination von einerseits den farbigen Alpakas mit schon jetzt fortgeschrittener Qualität, und andererseits der besten Auswahl aus Peru, kann, wenn es mit Planung und Sorgfalt geschieht, die besten farbigen Alpakas der Welt ergeben.
Das könnte, wenn es nicht schon so ist, eine attraktive Ausfuhrware werden sobald die Märkte der Welt diese Entwicklung entdecken. Hoher Quarantänestandard wird Australische Züchter ebenfalls als bevorzugte Exporteure erkennen lassen.
Effekt der Importe in Australien
Regierungen in Südamerika und unzureichende Quarantäneeinrichtungen
in Südamerika und Australien haben Importe aus Südamerika
nach Australien stark begrenzt. Das Result is, dass Importe mit etwa 3.8%
der australischen Herde anfangen und sich rapide auf weit unter 1% veringern
werden, selbst wenn Importe auf 2.000 oder mehr pro Jahr steigen. Mit anderen
Worten, sie werden nur minimalen Einfluss auf die Zahl der Alpakas
in Australien haben. Das Endresultat wäre aber doch, obwohl auch abhängig
von der Ausfuhr, eine Alpakabevölkerung in Australien von 5 bis 8
Million im Jahre 2020. Zur Anschauung: Diese Zahl ist mit gegenwärtig
137 Million Schafen und 26 Millionen Vieh in Australien zu vergleichen.
Eine Zuchtindustrie
Es ist also klar, Alpakas werden noch lange "selten" bleiben. Das bedeutet
auch, dass Tiere mit relativ geringerer Qualität ihren Wert ein bischen
länger halten sollten.
Nachfrage nach bester Genen macht Zuchttiere wertvoller, und die beste Qualität wird führend in der Welt.
Die Faserindustrie
Alpakas werden für ihre Elitefaser gezüchtet. Internationale
Nachfrage wächst, sodass Japan und Korea schon mehr kaufen als die
traditionellen Europäischen Märkte (Italien und Grossbritannien).
Australien ist und wird, wie einige andere Länder, für ein paar Jahre noch ein kleiner Produzent bleiben. Als solcher kann Australien nur den Binnenmarkt entwickeln, obwohl dem Weltmarkt die Qualitätsprodukte schon jetzt gezeigt werden müssen.
In der Zwischenzeit ist es nötig, die Herde zu vergrössern, um eine konkurrenzfähige Faserindustrie zu entwickeln, die von der Einfuhr von Rohmaterial unabhängig ist. Es scheint, dass, mit genwärtigen Maschinen, rund 100,000 Alpakas pro Farbe nötig sind:
Das heisst ungefähr 500,000 Alpakas für eine selstständige Industrie. Diese Zahl wird Australien nicht vor 2008 erreichen können.
Australien produziert jetzt (Anfang 1996) etwa 30 Tonnen Alpakafaser im Vergleich mit fast 8.000 Tonnen weltweit, hauptsächlich in Peru. Von der Weltproduktion von rund 39.000 Tonnen im Jahre 2020 wird Australien 16.000 Tonnen produzieren, mehr als alle anderen Regionen.
In der Zukunft werden für das Marketing, die Faserverarbeitung, und Weiterverarbeitung (Value Adding) für die Alpakazüchter der Welt strategische Allianzen miteinander wichtig werden.
Preise der Alpakas
Wert für Geld hängt immer von Qualität ab. Dehalb muss
die Faser- und Tierqualität fortwährend verbessert werden. Die
Qualität der Faser wird die Zuchtindustrie vorwärts treiben.
Die Konkurrenz für Alpaka ist überall:
Merino (Superfein)
Kashmir
Angora
Seide
Kunstfaser
Produktion und Nachfrage in der Welt kann im gewissen Sinne durch Marketing beeinflusst werden; marketing is perception management. In langer Sicht ist die frühe Entwicklung der Faserindustrie mit Weiterverarbeitung durch Züchtergemeinschaften der erste Schritt, weil die Züchter dadurch mehr und mehr Einfluss im Weltmarkt haben können.
Das ist aber alles nur möglich, wenn die Industrie das Endziel im Auge behält:
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